radhaus steinmeyer

Radhaus - Archiv: Sichere Schulwege

Die Straße meist der bessere Radweg

   ADFC fordert von Stadt ein Überarbeiten der Beschilderung und übergibt Katalog.

von Michael Heise, Naumburger Tageblatt, 29.12.08
 
   Naumburg. Vor allem eines ist dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad- Club (ADFC) in Naumburg ein Dorn im Auge: die Verbannung von Radfahrern von der Straße auf Fußwege. Dabei sollte das laut Gesetz nur in Ausnahmefällen passieren und angeordnet werden, wenn es aus Sicherheitsgründen zwingend erforderlich ist. Genau diesen Umstand sieht der regionale ADFC aber nicht gegeben und fordert deshalb die Stadt auf, die so genannte Radwege-Benutzerpflicht an vielen Stellen aufzuheben.
 
Der Club stützt sich dabei auf eine umfassende Analyse der Verkehrssituation für Radfahrer in Naumburg und hat diese in einem Katalog zusammengefasst. Übergeben wurden dieser jetzt Armin Müller, Leiter des Oberbürgermeisterbüros. Ende Oktober hatte es bereits eine vom ADFC-Kreisverband organisierte Stadtrundfahrt mit OB Bernward Küper und Ratsmitgliedern gegeben (wir berichteten). Der acht Seiten starke Katalog nimmt dabei nicht nur die Benutzerpflicht aufs Korn, sondern die Situation für Radfahrer an sich. Fotos illustrieren die kurzen und anschaulichen Problembeschreibungen. Generelle Feststellung: In den vergangenen 15 Jahren sind in Naumburg zwar mehrere Radwege neu entstanden, doch wiesen diese "ein gesteigertes Gefahrenpotenzial für Radfahrer" auf.
 
Kritisiert werden ungenügende Breiten und schlechter Belag, vielerorts endeten Radwege im nirgendwo oder träfen gefährlich auf Kreuzungsbereiche. Häufig existierten Radwege nur einseitig, was manche zu "Geisterfahrern" mache, heißt es in dem Dokument. Dabei seien viele Probleme kurzfristig lösbar. Genannt werden die Begrünung des als Radweg ausgewiesenen Trampelpfades am Marienring (Radfahrer sollten statt dessen die Straße benutzen können) und die Aufhebung der Benutzerpflicht zwischen Luxemburgstraße, Barbaraplatz und Schönburger Straße. Geöffnet werden sollte die Poststraße zwischen Rasch- und Jägerstraße für Radfahrer in beide Richtungen, und auch im Stadtpark will der ADFC Radlern mehr Spielraum geben - dort ist momentan die Nutzung der Wege verboten. Handlungsbedarf sieht der Club weiter am Theaterplatz, in der Bergstraße, im Markgrafenweg, in der Wiesenstraße, der Jenaer und der Weißenfelser Straße. Bei aller Kritik hat der ADFC aber auch Grund zu Lob. Sprecher Ralph Steinmeyer: "Es ist der Stadt hoch anzurechnen, dass Fußgängerzonen frei sind und viele Einbahnstraße bereits umgekehrt genutzt werden können."
 
Zurück zur  Archivseite

Ralph Steinmeyer übergibt Armin Müller einen Kritik-Katalog

 Ralph Steinmeyer (l.) übergibt Armin
 Müller einen Kritik-Katalog.
 FOTO: BIEL