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Fotoalbum: Ruhrgebietstour

Herzlich Willkommen zur 11. Zeitreise 2008  

Naumburger Tageblatt
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Grüne Landschaften mit Industriedenkmälern
Dreitägige Zeitreise durch das Ruhrgebiet

   Naumburg/RS. "Dass es hier so grün ist, das hätte ich nie im Leben gedacht!" oder "das ist ja wie eine Radtour an der Donau" waren zwei überraschte Aussprüche der 15 Teilnehmer der letzten dreitägigen Zeitreise in das Ruhrgebiet. Immer noch hat die ehemalige Industrieregion gegen das Vorurteil dreckig-laut-stinkend zu kämpfen. Aber überall wuchert fast schon das Grün, und auf den vielen Radwegen, die teilweise auf ehemaligen Eisenbahntrassen entstanden sind, kann man stundenlang fernab der großen Straßen ruhig und naturnah Fahrrad fahren. Die ehemaligen Zechen, Fabriken und Stahlwerke sind teilweise zu Museen und Kulturstädten umgebaut worden und im Rahmen von Förderprogrammen nicht erst seit der Kulturstadt 2010 Vorbereitungen restauriert worden. Der Umbau zu einer einzigartigen Parklandschaft dauert schon Jahrzehnte an und die Natur holt sich die Metropole zurück. So scheint es jedenfalls beim Blick auf das gesamte Panorama des "Kohlenpotts" vom 60 Meter hohen Tetraeder bei Bottrop, der auf einer 90 Meter hohen Halde thront. Am Horizont die Skyline von Essen, wo man 2 Stunden zuvor losgeradelt war und das nun in der Ferne wie eine Insel die grünen Wipfel überragt.
 
Dass immer noch über 5 Millionen Einwohner hier leben, spürt man nicht und auch die Loveparade, die zeitgleich in Dortmund statt findet scheint keinen Einfluß auf die Dichte zu haben. Eher das Aprilwetter. Bei der ersten Tour am Freitag über 40 Kilometer von der Zeche Zollverein, an Kokereien und dem größten Gasometer der Welt in Oberhausen vorbei nach Duisburg ist es grau und trocken. Am zweiten Tag bei der Radtour entlang der Ruhr über 80 Kilometer von Herdecke bis zur Kruppschen Villa Hügel, oberhalb des Baldeneysees in Essen, kommt schon mal blauer Himmel dazu. So ist der breitausgebaute Radweg entlang der Ruhr nicht übervölkert und es geht durch Auen, auf denen die Radfahrer einmal sogar von einer Herde Kühe ausgebremst werden. Man setzt mit einer kleinen Elektrofähre über, besucht eine Burgruine oder fährt in einen kleinen Bergwerksstollen ein. Ein abwechslungsreicher Tag, vorbei an Sandstränden und Sandburgen, von einem Biergarten zum anderen. Dann mal wieder kurz unter einer Brücke vor einem Gewitter Schutz suchen und wenig später lugt die Sonne wieder durch den Himmel.
 
Soviel Glück hat die Gruppe am dritten Tag nicht. Diesmal geht es am Dortmunder Ems Kanal entlang an den Rand des Münsterlands. Noch am 100 Jahre alten Schiffshebewerk Henrichenburg bei Dortmund läuft alles nach Plan, aber dann zieht eine Regenwolke auf der gleichen Route und nach einer Stunde wird der PVG Bus mit dem man ins Ruhrgebiet gereist war, zur Zeche Waltrop umgeleitet. Klitschenaß aber glücklich begrüßen die Radler "ihren" Busfahrer Roberto Seidel, der schon im Jahr zuvor bei der mehrtägigen Zeitreise nach Görlitz dabei war. Schloß Cappenberg wurde nicht mehr erreicht, aber übers Netz googleten die beiden Organisatoren der burgenlandrad.de schnell einen Landgasthof in der Nähe von Werl, wo man zum Mittagessen einkehrte, um dann die Rückfahrt nach Naumburg fort zu setzen. Dort angekommen stellt man fest: gar nicht so grün hier.
 
Der Dank geht an die Sponsoren der Zeitreisen, die Sparkasse im Burgenlandkreis und die PVG im Burgenlandkreis. Die nächsten beiden Zeitreisen am 3. August nach Meißen und am 7. September von der Goitzsche in die Dübener Heide sind mittlerweile ausverkauft.

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